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Mar 2014

Antreiber: Sei perfekt!!

Die Reise kann also weiter gehen... aber zuerst möchte ich euch noch ein wenig mehr über die inneren Antreiber erzählen:


Wer hält nun die Zügel Ihres Lebens in der Hand? Sind Sie es wirklich selbst oder ist es der Perfektionismus, die Hektik, die Kämpferin in Ihnen oder die Angepasstheit in unserer Gesellschaft?

Beginnen wir mal mit den Perfektionisten, den MAKELLOSEN:
Ständig sagt ihnen eine innere Stimme „sei perfekt“ - ganz unbewusst kommt dieser Gedanke oder diese Stimme immer wieder zum Vorschein, wenn wir uns im Nachhinein wieder mal fragen: Warum hab ich mich jetzt wieder so verhalten?
Um Anerkennung zu erfahren, denken die Makellosen, sie müssen ständig perfekt sein. Fehler sind wohl das Schlimmste für sie - selbst welche zu machen, aber auch Fehler zu akzeptieren - Sie richten sehr stark über sich selbst! Sie machen die Dinge, die sie sich vorgenommen haben, entweder im TOTALEN Sinne, oder sie machen gar nichts - ganz treu dem Motto: ganz oder gar nicht! Das berühmte SCHWARZ - WEISS Denken ist beim Makellosen zu Hause! Wenn sie Hilfe brauchen, holen sie sich wohl kaum Hilfe, denn das kommt einen „Fehler-eingeständnis“ doch sehr nahe.
Dieser Antreiber - aber nur in der richtigen Dosis - hilft uns bei Aktivitäten, die sorgfältiges Nachdenken und gründliche Kenntnisse um Details erfordern. Wenn er allerdings unsere Zügel in der Hand hält, dann ist es sehr schwer, mit ihm zu leben: Er fordert ständig die Erreichung einer uns selbst konstruierten Perfektion, welche als Mensch nicht realistisch zu erreichen ist! Viele Dinge werden erst gar nicht gemacht, aus Angst, Fehler zu machen...

STOP!!!!!!!
Wenn dieser Antreiber also die Zügel in der Hand hält, sollte man sich unbedingt Erlaubnisse gegenüberstellen. Davor sollte man sich mithilfe seines „inneren Kindes“ über gewisse Situationen der Vergangenheit bewusst werden. Wie Sie auf meiner Homepage nachlesen können, bin ich dafür, dass man sich KONSTRUKTIV mit seiner Vergangenheit beschäftigt, aber nur zu dem einen Zweck der Bewusstwerdung (So war es - das ist ok so -aber heute bin ich erwachsen - muss ich diese Forderungen wirklich immer noch befolgen?) Man sollte nicht in ihr bohren oder wühlen, um Schuldige zu finden - Bedenken Sie wie immer: der, der die Schuld hat, der hat die Macht über sie.
Viele meiner Teilnehmer erkennen dann immer wieder sehr belustigt: „Ach ja, ich bin erwachsen - ich kann machen was ich will“ Es sind nunmal innerliche, unbewusste Forderungen, die wir mit uns herum tragen. Es ist uns also gar nicht bewusst, dass wir eine andere Wahl haben - die Opferrolle ist oft einfach zu verlockend!

Warum wollen wir eigentlich immer perfekt sein?
Das ist natürlich ein sehr interessanter Teil in dieser Arbeit! Das kann sehr viele verschiedene Gründe haben - es hat meist sehr viel mit der Rolle als Kind zu tun, die Geschwister, Eltern und auch andere Bezugspersonen tragen dazu bei. Kinder haben die Gabe der marsischen Denkweise - sie wissen genau, was sie tun müssen, um ihren Bezugspersonen zu gefallen! Und das machen sie dann auch... und wieder... und wieder....

Hier setzt dann das Mentaltraining ein, denn Eines ist klar: wir haben Jahre damit verbracht, uns dieses Muster des Perfektionisten aufzubauen - unser Gehirn reagiert auf bestimmte Auslöser ganz automatisiert mit einer Reaktion - es wurde ja auch darauf hin trainiert und programmiert!
Aber uns Gehirn ist flexibel genug, wieder umzulernen! Ein guter Anfang ist es, dem „Makellosen“ Antreiber den Erlaubet : „DU BIST GUT, SO WIE DU BIST“ gegenüberzustellen. „DU DARFST FEHLER MACHEN“

Ein sehr spannender Prozess...

Das nächste mal geht es mit den „Hektischen“ weiter, die sich ständig nur beeilen...

Perfekte Eltern - Nein Danke!

Perfekte Eltern - Nein danke!!
Wie erziehe ich mein Kind richtig? Was könnte ich besser machen? Was mache ich falsch?

Eines ist klar - Eltern machen sich viel zu viele Sorgen um den perfekten Erziehungsstil, den es ohnehin nicht gibt!!! Weg vom Perfektionismus - Eltern - Dasein und rein ins Vertrauen zu eurem Eltern - Dasein!!!!

Bereits in meiner Diplomarbeit, wo ich den Zusammenhang zwischen dem Erziehungsstil der Mutter und Schulängstlichkeit untersuchte, stellte ich fest, dass es nicht den einen perfekten Erziehungsstil gibt. Erstens sind wir alle individuelle Menschen mit ganz verschiedenen Geschichten und stehen unterschiedlich im Leben, wir haben einen anderen Glauben und während die einen den autoritären Gesichtspunkt präferieren, glauben andere ganz fest an die „ohne Regeln - Persönlichkeitsentwicklung“...
Ich glaube, wirklich entscheiden kann sich aber keiner für einen dieser sehr extremen Formen der Erziehung. Es sei auch jeden selbst überlassen, wie er es handhabt, solange es dabei WIRKLICH um das Wohl des Kindes geht.
Manchmal scheint es so, als würde es nämlich bei den Eltern darum gehen, wer von ihnen „besser“ erzieht - also es geht dann um sie selbst, und sicherlich nicht um das Kind. Die Kinder werden wie auf einem silbernen Tablett vorgeführt - welches Kind ist früher sauber, welches Kind weint, wenn es in den Kindergarten kommt, welches Kind konnte früher laufen, sprechen, alleine spielen, schreiben, skifahren, radfahren...ect...

Ich persönlich finde, dass Kinder Autorität benötigen, aber wertschätzend und mit Achtsamkeit behandelt werden sollten. Man sollte sich dringend die Frage stellen, ob man SELBST als Eltern will, dass die Kinder immer das machen, was wir wollen, oder ob sie ihre Persönlichkeit auch etwas frei entwickeln dürfen?

Wie war das aber jetzt mit den perfekten Eltern, die ihr Kind jeden Tag um dieselbe Zeit zu Bett bringen, ihnen jeden Tag immer zur gleichen Zeit Abendessen bereiten und deren Kinder einfach nie schmutzig sind? Jene Kinder, die keinen Fernseher mögen und Mc Donalds verabscheuen. Diese Kinder, die einfach alles können, nie Fehler machen, mit 4 ein Instrument perfekt beherrschen und jegliche Sportart durchführen?
OH JA, ich finde auch, dass das nicht wirklich nach Spaß klingt, und vor allem muss es SO nicht sein, um sein Kind auf ein tolles Leben vorzubereiten.

Wissen Sie, was für mich das Tollste als Kind war?
EINERSEITS wenn ich mit meinen Eltern mit durfte, wenn sie z.B. wo eingeladen waren, wo vielleicht auch noch andere Kinder waren, denn da hatten sie mich nicht ständig unter Beobachtung!!! Sie genossen das Gespräch mit ihren Freunden und ich genoss es, dass wir Kinder endlich unter uns sein durften - wir waren stunden lang mit uns selbst beschäftigt, hatten die tollsten Ideen für Spiele - im Nachhinein muss ich feststellen, dass hier die kreativsten Spielideen entstanden... Es hat mir überhaupt nichts ausgemacht, wenn ich erst später ins Bett kam als üblich - das war immer sehr aufregend und aufschlussreich für mich. Wahrscheinlich auch deswegen, weil ich ansonsten recht behütet aufgewachsen bin. Ich erzähle diese Geschichte, weil mir neulich im Gespräch einige Eltern erzählten, dass sie Schuldgefühle plagten, weil sie sich an einem Wochenende nicht so intensiv um ihre Kinder gekümmert haben, weil sie die Zeit nicht pädagogisch wertvoll mit ihnen verbrachten. Sie machten ganz große Augen, als ich zu ihnen sagte: Super, das ist toll - Endlich habt ihr euch auch mal Zeit für euch gegönnt, und den Kindern hat es bestimmt auch Spass gemacht. Es war richtig erfrischend für sie, dass ich - als Psychologin zu ihnen sagte, dass sie sich nicht immer den Druck der „perfekten“ Erziehung aussetzen sollten - ich finde nämlich, das ist eine Krankheit unserer Zeit.
Es ist meiner Meinung nach völlig in Ordnung, wenn man nicht jede Minute „sinnvoll????“ mit seinen Kindern verbringt. Solche Ausnahmen, wo Kinder später ins Bett kommen, mal alleine unter Kindern sind... bereichern ihre Entwicklung enorm. Natürlich kommt es wieder auf die richtige Dosis an - wenn das jeden 2. Tag „passiert“, wird es sicherlich nicht förderlich sein... ich glaube, Sie verstehen, wie ich es meine.
ANDERERSEITS genoss ich die Nähe zu meinen Eltern ganz intensiv. Ich freute mich auf die Abende, wo wir gemeinsam das Essen bereiteten, wo wir spielten und vor allem genoss ich das Gespräch, das wir jeden Abend führten.

Liebe Eltern - macht auch was für euch! Eure Kinder werden es euch danken. Und geniesst die Zeit mit euren Kindern dafür umso mehr - Setzt euch ganz BEWUSST mit euren Kindern auseinander, vereinbart Zeiten, wo ihr nur für sie da seid, spielt und lacht mit ihnen! Und vor allem lernt von ihnen!!!:-) Man könnte z.B. einen Abend in der Woche für Gesellschaftsspiele einplanen, einen anderen, um über wichtige Dinge zu sprechen...

Dass man sich gemeinsam am Tisch zum Essen versammelt und dabei jeder die Möglichkeit bekommt, über seinen Tag zu berichten, finde ich ein sehr schönes Ritual. Kinder lieben es, von sich und ihren Erlebnissen des Tages zu berichten, und sie lieben es auch, wenn die Eltern von ihrem Tag erzählen.

Ganz toll finde ich es, wenn man sich in der Familie Erinnerungen schafft. Wenn ein tolles Ereignis ansteht, könnten alle Familienmitglieder auf ihre eigene Art und Weise dieses dokumentieren, fotografieren... Kinder und Erwachsene lieben es, Erlebtes aus der Vergangenheit zu betrachten, und vor allem BINDET es....

Es gibt viele Möglichkeiten, den Kindern seine Zuneigung zu zeigen, aber es bringt nichts, aus falschem Stolz heraus NIE MEHR Zeit für sich selbst zu haben. Kinder respektieren z.B. ein klares NEIN, wenn man es nicht weiter ausschmückt. Kinder akzeptieren es, wenn ihre Eltern auch anderes zu tun haben - Eine ehrliche und offene Kommunikation hilft dabei. Es sollte Zeiten geben, wo Sie auch ohne „Eltern-Dasein“ ohne schlechtes Gewissen Spass haben sollen. Ihre Kinder werden es Ihnen danken, weil Sie schließlich ausgeglichener sein werden. Und es geht nicht um die Quantität an Zeit, die sie mit ihnen verbringen, sondern um die Qualität!!!

Glaubt an euch - ihr macht wahrscheinlich mehr richtig in der Erziehung, als ihr glaubt!!! Habt VERTRAUEN!!!!


Eine Reise ins Innere - Teil1

Eine Reise ins Innere - Teil 1
innere Antreiber


„Wer nach außen schaut - träumt,
wer nach innen blickt - erwacht!“
(C.G. Jung)

Warum verhalten Sie sich in manchen Situationen immer gleich, und denken sich im Nachhinein: „Warum hab ich jetzt nur wieder so reagiert?“ Warum fühlen Sie sich in bestimmten Situationen nicht vollwertig, liebevoll oder geschätzt?
Viele meiner Teilnehmer beschreiben es so, dass es ihnen manchmal so vorkommt, als wären sie programmiert worden, weil sie es in vielen Situationen einfach nicht schaffen, ANDERS, eben für sie „angemessener“ (was auch immer das heißen mag) zu agieren... Dass man „NEIN“ sagen kann und auch darf, das haben Sie bereits geklärt, auch das Zeitmanagement haben Sie für sich optimiert, und doch scheint es so, als würde Sie immer wieder das alte Muster einholen, und dann müssen Sie erkennen: Es hat sich mal wieder nichts verändert...

Ob es sich um Ängste, Panikattacken, Flugangst oder der Angst vor Spinnen handelt, ob es einfach darum geht, dass man sich über gewisse Dinge nicht mehr aufregen will oder dass man endlich nicht mehr vorm Chef in die Knie geht ect... - dies alles hat denselben Ursprung:

Sie entstehen aufgrund unverarbeiteter Erlebnisse gekoppelt mit wiederkehrenden Auslösern.

Unser Gehirn wird also wirklich darauf programmiert, in gewissen Situationen oder auf bestimmte Reize genau so zu reagieren. Es gaukelt uns vor, dass wir keine andere Wahl haben.
DAS STIMMT ABER NICHT!!!!!!

Nun, im 1. Teil meiner Reise ins Innere möchte ich das Persönlichkeitsmodell der INNEREN ANTREIBER ein wenig vorstellen.
Es erscheint sehr logisch, dass wenn wir unsere Angst oder unsere Verhaltensweise, die wir verändern wollen, überwinden möchten, wir den Auslöser all dessen ausfindig machen müssen.

Ein sehr wichtiger Ansatzpunkt ist es, sich seiner inneren Antreiber bewusst zu werden, damit man ihnen auf Augenhöhe begegnen kann. Sie sind es nämlich, die unser Denken und Fühlen steuern. Ja, sie sind sehr oft für unsere Entscheidungen und Verhaltensweisen verantwortlich. Sie beeinflussen uns ständig, wenn auch unbewusst, in bestimmten Situationen oder im Kontakt mit bestimmten Personen.
Man sollte wissen, dass sie im Kindesalter - unter dem Einfluss der elterlichen Erziehung und anderen wichtigen Bezugspersonen- entstanden sind.

Ihre Antreiber sind keinesfalls immer negativ zu sehen! Einige dieser Botschaften sind sehr hilfreich, und haben Sie in gewissen Situationen stark voran gebracht, sie können Sicherheit geben... Sie können aber auch zu einer starken Belastung werden, einengend wirken und sehr destruktiv wirken. Entscheidend ist auch hier wieder die DOSIS... Wenn ein Antreiber nämlich übertrieben ausgeprägt ist geht er von der unbewussten Annahme aus:

„Ich bin nur dann OK und gut, wenn ich immer mache, was dieser Antreiber von mir will“

Sehr interessant, wenn man z.B. den Antreiber des Perfektionisten in sich trägt. Dieser Antreiber kann enorm zum Erfolg beitragen, vor allem hilft er bei Aufgaben, die sorgfältig und genau gemacht werden müssen. Es kann aber soweit gehen, dass man die nötige Anerkennung nur mehr über Makellosigkeit und Perfekt-in-allen-Lebenslagen erhält. Die Angst davor, Fehler zu machen, dämpft die Motivation enorm ein, und kann schliesslich zum sozialen Rückzug führen...

Dies war nur ein kleiner Auszug - natürlich muss man immer die jeweilige Geschichte zum Individuum berücksichtigen, aber alles in allem ist es sehr sinnvoll, sich seiner inneren Antreiber bewusst zu werden.

Wenn sie nämlich ungehemmt und unreflektiert Ihr Leben beherrschen und beeinflussen, entsteht Stress, und eine große Unzufriedenheit macht sich breit. Es ist der 1. Schritt, herauszufinden, wer in unserem Leben die Zügel in der Hand hat.

Wenn man sich seiner Antreiber bewusst ist, kann man ihnen ihre Erlaubet gegenüberstellen, was es ermöglicht, Schritt für Schritt wieder in die Balance zu kommen. Man soll keinen Antreiber aus seinem Leben verbannen, weil uns jeder auch behilflich ist - es geht nur darum, die richtige Dosis , die richtige Balance herzustellen.

Wenn man sich seiner Antreiber bewusst ist, kann die Reise weitergehen...